{"id":904,"date":"2014-10-20T13:42:39","date_gmt":"2014-10-20T11:42:39","guid":{"rendered":"http:\/\/frank-stauss.de\/?p=904"},"modified":"2015-08-26T10:48:48","modified_gmt":"2015-08-26T08:48:48","slug":"leicht-wird-es-so-oder-so-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frank-stauss.de\/index.php\/leicht-wird-es-so-oder-so-nicht\/","title":{"rendered":"&#8222;Leicht wird es so oder so nicht&#8230;&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Regine Zylka f\u00fchrte ein Interview mit mir, das am Samstag, den 18. Oktober, in der Berliner Zeitung erschienen ist &#8211; also <span style=\"text-decoration: underline;\">bevor<\/span> das Ergebnis des Mitgliederentscheides fest stand. Da ich nichts zur\u00fcckzunehmen habe, hier noch einmal ungek\u00fcrzt zum Nachlesen:<\/p>\n<p><strong>Wahlkampf-Profi zur SPD in Berlin:<\/strong><\/p>\n<h2>&#8222;Leicht wird es nicht, egal wer gewinnt.&#8220;<\/h2>\n<p itemprop=\"text\"><strong>Der R\u00fccktritt von Ulrich Nu\u00dfbaum w\u00e4re dann ein Affront gewesen, wenn der Berliner Finanzsenator noch l\u00e4nger damit gewartet h\u00e4tte, erkl\u00e4rt Wahlkampf-Profi Frank Stauss im Interview. Auf die Chancen eines neuen Regierenden B\u00fcrgermeisters beim Volk habe Nu\u00dfbaums R\u00fcckzug keinen Einfluss.<\/strong><\/p>\n<p itemprop=\"text\">Frank Stauss hat mit seiner Werbeagentur \u00fcber 20 Wahlk\u00e4mpfe begleitet, darunter alle drei von Klaus Wowereit. Als Berliner SPD-Mitglied hat er sich f\u00fcr einen Kandidaten entschieden, aber als Wahlkampf-Profi ist es ihm egal, wer Nachfolger wird. Sagt er.<\/p>\n<p itemprop=\"text\"><em>Erst Wowereit, jetzt Nu\u00dfbaum&#8230; Ist die SPD noch zu retten, Herr Stauss?<\/em><\/p>\n<p itemprop=\"text\">Ob die SPD zu retten ist, h\u00e4ngt nicht von einzelnen Senatoren ab. Ich kann verstehen, dass Herr Nu\u00dfbaum zum jetzigen Zeitpunkt einen Schnitt macht, denn wenn er es nach Bekanntgabe des Gewinners getan h\u00e4tte, w\u00e4re dies ein unn\u00f6tiger Affront gegen\u00fcber dem zuk\u00fcnftigen Regierenden B\u00fcrgermeister gewesen. Er wurde von Klaus Wowereit geholt und geht jetzt mit ihm. F\u00fcr die Wahlchancen 2016 ist das v\u00f6llig irrelevant. Die meisten Menschen wissen gar nicht, was Senatoren eigentlich so machen und orientieren sich an der Nummer eins.<\/p>\n<p itemprop=\"text\"><em>Bedauern Sie den R\u00fccktritt von Wowereit?<\/em><\/p>\n<p itemprop=\"text\">Wenn ich daran denke, wie sehr sich Berlin zum Positiven gewandelt hat, auf jeden Fall. Und mal ehrlich: Welcher Ministerpr\u00e4sident schafft es schon, sein Land oder seine Stadt so zu repr\u00e4sentieren wie Wowereit? Aber alles und jeder hat seine Zeit.<\/p>\n<p itemprop=\"text\"><em>H\u00e4tte er noch eine Wahl gewinnen k\u00f6nnen oder w\u00e4re der BER eine zu gro\u00dfe Last gewesen?<\/em><\/p>\n<p itemprop=\"text\">2009 sahen die Umfragen kein bisschen besser aus und zwei Jahre sp\u00e4ter hat er klar gewonnen. Man wei\u00df also nie. H\u00e4ngt immer auch vom Gegen\u00fcber ab. Bisher sind diese ja von Steffel bis K\u00fcnast meist \u00fcber die eigenen F\u00fc\u00dfe gestolpert und lagen im Ring auf dem Boden, bevor Klaus in die Halle kam. Im Wahlkampf geht immer alles.<\/p>\n<p itemprop=\"text\"><em>War Wowereit ein Naturtalent?<\/em><\/p>\n<p itemprop=\"text\">War ist gut. Das k\u00f6nnen Sie heute noch beobachten. Gehen Sie mit ihm mal durch Berlin. Da kommen Sie keine f\u00fcnf Meter weit. Alle wollen Selfies mit ihm, Autogramme aufs T-Shirt, Autogramme unters T-Shirt. Die Menschen haben \u00fcberhaupt keine Distanz, weil sie sp\u00fcren, dass er ihnen offen zugewandt ist. So etwas kann man nicht trainieren. Bei vielen anderen Politikern bleiben die Menschen weit weg und trauen sich nicht.<\/p>\n<p itemprop=\"text\"><em>Ist so einer ersetzbar f\u00fcr eine Partei?<\/em><\/p>\n<p itemprop=\"text\">Wenn man genau den gleichen sucht, nat\u00fcrlich nicht. Den Fehler darf man nicht machen. Jetzt geht es darum, anderen Leuten ihre Chance zu geben. Wowereit kannte ja auch kaum einer, bevor er ins Amt kam.<\/p>\n<p itemprop=\"text\"><em>Was ist, wenn der BER bis zur Wahl 2016 nicht fertig ist? Muss die SPD dann nicht sowieso in die Opposition?<\/em><\/p>\n<p itemprop=\"text\">Da haben sie recht. Wenn deutsche Ingenieure und Gro\u00dfkonzerne zu bl\u00f6d sind, eine Entl\u00fcftungsanlage zu bauen, dann muss die SPD in die Opposition. Das sollten wir zur Regel machen. Wahrscheinlich k\u00f6nnten die CDU, die Gr\u00fcnen, Linke und Piraten den Flughafen viel besser bauen. Oder gleich die AfD, dann brauchen wir auch kein internationales Terminal mehr.<\/p>\n<p itemprop=\"text\"><em>Wowereit hatte offenbar nicht mehr die Kraft f\u00fcr einen geordneten \u00dcbergang. Ist das nicht eine Last f\u00fcr den Nachfolger?<\/em><\/p>\n<p itemprop=\"text\">Das ist aber eine paternalistische Sichtweise. Ich w\u00fcrde sagen, dass es in 13 Jahren niemand geschafft hat, sich als nat\u00fcrlicher Nachfolger zu empfehlen. In der SPD nicht und in anderen Parteien auch nicht.<\/p>\n<p itemprop=\"text\"><em>Was halten Sie von solchen Mitgliedervoten?<\/em><\/p>\n<p itemprop=\"text\">Wenn wir bedenken, dass fr\u00fcher eine handvoll Leute im Hinterzimmer entschieden haben, sind doch 17\u2005000 Stimmberechtigte ein ziemlicher Fortschritt. Eine Mitgliedschaft hat immer ihre Privilegien. Im Sportverein darf man umsonst duschen, bei der SPD den Regierenden bestimmen. Und wenn man in beiden Vereinen ist, darf man duschen und w\u00e4hlen. Toll.<\/p>\n<p itemprop=\"text\"><em>Mit welchem Kandidaten h\u00e4tten Sie es als Wahlk\u00e4mpfer am leichtesten?<\/em><\/p>\n<p itemprop=\"text\">Leicht wird das so oder so nicht. Insofern w\u00e4re mir das egal.<\/p>\n<p itemprop=\"text\"><em>Was ist, wenn Jan St\u00f6\u00df gewinnt? Wie w\u00fcrden Sie ihn als Spitzenkandidat positionieren?<\/em><\/p>\n<p itemprop=\"text\">Jan St\u00f6\u00df steht f\u00fcr eine langfristige, achtsame Politik, um diese wachsende Stadt sozial zu gestalten. Dieses Ziel verfolgt er z\u00e4h, durchsetzungsstark und uneitel.<\/p>\n<p itemprop=\"text\"><em>Und Raed Saleh?<\/em><\/p>\n<p itemprop=\"text\">Er ist ja schon selbst eine Berliner Erfolgsgeschichte. Diese will er fortschreiben f\u00fcr m\u00f6glichst viele Menschen in dieser Stadt. Daf\u00fcr m\u00fcsste man allerdings noch den phonetischen Rassismus \u00fcberwinden, der einem leider auch beim ach so aufgekl\u00e4rten Gro\u00dfstadtpublikum immer wieder entgegenschl\u00e4gt. Dabei spricht er besseres Deutsch als ich. Zumindest ein gew\u00e4hlteres.<\/p>\n<p itemprop=\"text\"><em>Wie sieht es mit Michael M\u00fcller aus?<\/em><\/p>\n<p itemprop=\"text\">Ganz klar der Mann f\u00fcr eine solide, berechenbare Politik, mit der Berlin in geordneten Bahnen regiert wird. Eine verdiente Phase der Konsolidierung nach den aufw\u00fchlenden Jahren des Aufbruchs.<\/p>\n<p itemprop=\"text\"><em>Wen haben Sie selbst gew\u00e4hlt?<\/em><\/p>\n<p itemprop=\"text\">Obwohl es auch mal Zeit f\u00fcr eine Frau gewesen w\u00e4re, habe ich mich f\u00fcr einen Mann entschieden.<\/p>\n<p itemprop=\"text\"><strong><em>Quelle: Berliner Zeitung. Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Regine Zylka.<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regine Zylka f\u00fchrte ein Interview mit mir, das am Samstag, den 18. Oktober, in der Berliner Zeitung erschienen ist &#8211; also bevor das Ergebnis des Mitgliederentscheides fest stand. 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