{"id":2817,"date":"2023-01-25T15:56:55","date_gmt":"2023-01-25T13:56:55","guid":{"rendered":"https:\/\/frank-stauss.de\/?p=2817"},"modified":"2023-01-25T15:56:55","modified_gmt":"2023-01-25T13:56:55","slug":"im-deutschen-interesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frank-stauss.de\/index.php\/im-deutschen-interesse\/","title":{"rendered":"Im deutschen Interesse."},"content":{"rendered":"\n<p><em><strong>In Kriegszeiten ist Naivit\u00e4t gepaart mit Unerfahrenheit nicht nur falsch und teuer, sondern gef\u00e4hrlich. Und in Kriegszeiten dient Geschw\u00e4tzigkeit nur dem Gegner \u2013 und der hei\u00dft Putin. Dass der Bundeskanzler nicht jeden Tag oder gar st\u00fcndlich Einblicke in sein strategisches Vorgehen gew\u00e4hrt, hat wohl mit der nicht ganz falschen Grundannahme zu tun, dass eine Strategie sich nur dann entfalten kann, wenn sie nicht \u00f6ffentlich ist. Und auch nur dann aufgehen kann.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Olaf Scholz sagt, was er tut und tut, was er sagt. In den letzten Wochen wurde ich h\u00e4ufiger gefragt, was Scholz eigentlich vorhabe und meine Antwort war immer die gleiche: Es ist aus meiner Sicht kein Geheimnis, was er prinzipiell vorhat. Es ist das, was er immer gesagt hat: Eine effektive Unterst\u00fctzung der Ukraine in enger Abstimmung \u2013 und auch im Einklang mit den Partnern bei Erhaltung des Grundsatzes, dass Deutschland zwar Partei nimmt, aber keine Kriegspartei wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Er f\u00f6rdert die Unterst\u00fctzung der Ukraine und fordert von den Partnern ebenfalls diese Unterst\u00fctzung ein. Klar, best\u00e4ndig und im Zweifel auch hart. Scholz ist zwar ein neuer Bundeskanzler, aber eben auch ein alter Hase, der wei\u00df, dass man manchmal Druck aushalten muss &#8211; und zwar im Interesse aller.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Internationale Verhandlungen sind kein Kaffeekr\u00e4nzchen und es geht auch nicht darum, von allen immer geliebt zu werden. Everybody\u2019s Darling is everybody\u2019s Depp und wird im Zweifelsfall ausgenommen wie eine fette Weihnachtsgans. Deutschland weckt als starkes Land viele Begehrlichkeiten, die es auch aus Selbstschutz nicht immer erf\u00fcllen kann. Hinzu kommen knallharte auch finanzielle Interessen anderer L\u00e4nder, die mit dem Wohl der Ukraine nur bedingt zu tun haben. Was Deutschland zahlt und liefert, m\u00fcssen andere nicht liefern und zahlen. Je defensiver Deutschland in Verhandlungen gehen muss, desto besser f\u00fcr alle anderen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige PolitikerInnen und MedienvertreterInnen haben in den letzten Wochen vielleicht aus guten Beweggr\u00fcnden aber mit dem v\u00f6llig falschen Ergebnis eher die Interessen anderer L\u00e4nder vertreten als die Interessen Deutschlands. Sie haben \u2013 ohne deren Beweggr\u00fcnde zu hinterfragen \u2013 anonym ge\u00e4u\u00dferte \u201eVerstimmungen\u201c oder \u201eKopfsch\u00fctteln \u00fcber den Bundeskanzler\u201c aus Regierungskreisen anderer L\u00e4nder verbreitet und sich nicht selten auch zu eigen gemacht. Das ist aber nicht relevant. Wir sch\u00fctteln ja auch h\u00e4ufiger mal den Kopf \u00fcber zum Teil sogar&nbsp; demokratiefeindliche Tendenzen in Nachbarl\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein schwacher Kanzler h\u00e4tte dem medialen Druck und auch dem ein oder anderen Versuch aus dem Ausland, zus\u00e4tzlichen Druck aufzubauen, nicht standgehalten. Zum Nachteil Deutschlands und der Ukraine. Denn was w\u00e4re denn gewonnen gewesen, wenn Deutschland gleich eine handvoll Panzer geliefert h\u00e4tte \u2013 ohne die USA, Frankreich und andere ebenso f\u00fcr weitere Ma\u00dfnahmen zu gewinnen? Reine Symbolpolitik. Twitterf\u00e4hig, instagrammable, talkshowgeeignet und weitgehend nutzlos, wenn nicht sogar gef\u00e4hrlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Naivit\u00e4t \u2013 manchmal gepaart mit durchaus glaubw\u00fcrdiger emotionaler \u00dcberw\u00e4ltigung \u2013 der sch\u00e4rfsten KritikerInnen des Bundeskanzlers, hatte das Potential, die Verhandlungsposition Deutschlands bereits im Vorfeld der Ramstein-Konferenz deutlich zu schw\u00e4chen. Andere h\u00e4tten diesem Druck nachgegeben. Der Bundeskanzler hat ihn zu recht ignoriert.<\/p>\n\n\n\n<p>Olaf Scholz, das wurde hier bereits an anderer Stelle erw\u00e4hnt, war zum Zeitpunkt seines Amtsantrittes einer der erfahrensten und qualifiziertesten Politiker, die Deutschland zu bieten hatte. Vor seiner Wahl zum Bundeskanzler war er ein auf internationaler B\u00fchne gesch\u00e4tzter Bundesfinanzminister und Vizekanzler, zuvor zweifach gew\u00e4hlter Ministerpr\u00e4sident und davor Bundesminister f\u00fcr Arbeit und Soziales. Viel mehr Erfahrung kann man nicht sammeln, um dieses Amt zu \u00fcbernehmen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ihm gegen\u00fcber steht ein Oppositionsf\u00fchrer, der sich zuvor eineinhalb Jahrzehnte Auszeit aus der Politik geg\u00f6nnt hatte und bis heute \u00fcber keinerlei Exekutiverfahrung verf\u00fcgt. Aber auch in den die Regierung Scholz tragenden Koalitionsparteien finden sich einige AutodidaktInnen der internationalen Politik, die \u00fcber keinerlei Regierungsexpertise verf\u00fcgen \u2013 daf\u00fcr aber \u00fcber eine vermeintliche Medienkompetenz mit Dauerpr\u00e4senz.\u00a0Sie haben sich und ihrem Anliegen in den letzten Tagen einen B\u00e4rendienst erwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was Scholz prinzipiell will sagt er seit nunmehr gut einem Jahr immer wieder. Aber offenbar gibt es gro\u00dfe Defizite im Zuh\u00f6rverm\u00f6gen anderer.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Strecke und vor allem im Ergebnis unterscheidet sich der Profi vom Amateur.<\/p>\n\n\n\n<p>Der F\u00fchrungsst\u00e4rke des Bundeskanzlers ist es zu verdanken, dass die internationale Gemeinschaft sich zu einer wesentlich effektiveren Unterst\u00fctzung der Ukraine bekannt hat, als es selbst seine lautst\u00e4rksten KritikerInnen ertr\u00e4umt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Olaf Scholz hat sich bereits \u00fcber viele Jahre aber ganz besonders in diesen Tagen auf der Weltb\u00fchne etwas erarbeitet, was unserem Land noch weiteren Nutzen bringen wird: Respekt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Kriegszeiten ist Naivit\u00e4t gepaart mit Unerfahrenheit nicht nur falsch und teuer, sondern gef\u00e4hrlich. Und in Kriegszeiten dient Geschw\u00e4tzigkeit nur dem Gegner \u2013 und der hei\u00dft Putin. 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