{"id":2517,"date":"2021-01-15T15:02:10","date_gmt":"2021-01-15T13:02:10","guid":{"rendered":"http:\/\/frank-stauss.de\/?p=2517"},"modified":"2021-04-16T13:36:17","modified_gmt":"2021-04-16T11:36:17","slug":"warum-die-cdu-in-baden-wuerttemberg-wohl-aus-der-regierung-fliegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frank-stauss.de\/index.php\/warum-die-cdu-in-baden-wuerttemberg-wohl-aus-der-regierung-fliegt\/","title":{"rendered":"Warum die CDU in Baden-W\u00fcrttemberg wohl aus der Regierung fliegt."},"content":{"rendered":"<p><i>In ihrem einstigen Stammland hat die CDU keine Chance mehr, st\u00e4rkste Kraft zu werden \u2013 aber immerhin st\u00e4rkste Oppositionspartei.<\/i><\/p>\n<p>Es ist diese Zeit des Jahres \u2013 die Zeit, in der die ersten Umfragen des Superwahljahres ver\u00f6ffentlicht werden, sich alle darauf st\u00fcrzen und falsche Schl\u00fcsse daraus ziehen. Warum nicht auch ich? Aber in diesem Fall liege ich vermutlich nicht so falsch mit meiner Prognose, dass die CDU Baden-W\u00fcrttemberg dem neuen Parteivorsitzenden und der Union insgesamt den Start ins Superwahljahr ordentlich verhageln wird.\u00a0Die CDU Baden-W\u00fcrttemberg ist nun schon seit l\u00e4ngerem nicht mehr der Motor, sondern das Sorgenkind der Union, und die vergangenen Monate lassen keine Besserung bis zum Wahltag am 14. M\u00e4rz erwarten.<\/p>\n<p>Blicken wir einmal zum Vergleich auf die Zahlen der Landtagswahlen der letzten Jahre.<\/p>\n<p>Es gibt eine klare Faustregel: Sind die Menschen mit der Regierungsarbeit im Land und dem\/der Ministerpr\u00e4sident*in zufrieden, dann n\u00fctzt das am Ende der st\u00e4rksten Regierungspartei. Dieser Effekt tritt aber erst sehr sp\u00e4t ein. Meist in den letzten zwei Wochen. Durch die Corona-Briefwahl werden sich die Menschen dieses Mal vermutlich etwas fr\u00fcher mit der Lage im eignen Land auseinandersetzen \u2013\u00a0 aber der Effekt wird wohl der gleiche sein. Im Land z\u00e4hlt Landespolitik \u2013 nicht Bundespolitik.<\/p>\n<p><strong>Beispiele:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hamburg 2020: 6-Wochen-Entwicklung<\/strong><\/p>\n<p>Infratest am 9.01.2020: SPD 29%, Gr\u00fcne 29%.<br \/>\nVorsprung SPD: 0%<br \/>\nErgebnis am 23.2.2020: SPD 39,2%, Gr\u00fcne 24,2%<br \/>\nVorsprung SPD: 15%<\/p>\n<p><strong>Brandenburg 2019: 10-Wochen-Entwicklung<\/strong><\/p>\n<p>Infratest am 11.6.2019: SPD 18%<br \/>\nErgebnis am 1.9.2019: SPD 26,2% Zugewinn: 8,2%<\/p>\n<p><strong>Niedersachsen 2017: 5-Wochen-Entwicklung<\/strong><\/p>\n<p>Infratest am 7.9.2017: SPD 32%, CDU 37%.<br \/>\nR\u00fcckstand SPD: 5%<br \/>\nErgebnis am 15.10.2017: SPD 36,9%, CDU 33,6%.<br \/>\nVorsprung SPD: 3,3%<\/p>\n<p><strong>Rheinland-Pfalz 2016: 8-Wochen-Entwicklung<\/strong><\/p>\n<p>Infratest am 14.1.2016: SPD 31%, CDU 37%.<br \/>\nR\u00fcckstand SPD: 6%<br \/>\nErgebnis am 13.3.2016: SPD 36,2%, CDU 31,8%.<br \/>\nVorsprung SPD: 4,4%<\/p>\n<p>Wichtig: Es geht hier nicht um falsche Umfragen!<br \/>\nDie Umfragen haben sich Richtung Wahltag auch immer weiter dem Endergebnis angeglichen. Es geht darum: Wo stehen wir heute, 8-9 Wochen vor der Wahl und wo standen diese Rennen 8 bis 9 Wochen davor?<\/p>\n<p>Alle Siege haben eines gemeinsam: Es gab eine hohe Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung und sehr gute Direktwahlwerte der Amtsinhaber*innen. Das unterscheidet sie deutlich von den Wahlen, die nicht gewonnen wurden: Dort gab es hohe Unzufriedenheit und auch keine \u00fcberragenden Werte in der Direktwahlfrage.<\/p>\n<p><strong>Zur\u00fcck nach Baden-W\u00fcrttemberg.<\/strong><\/p>\n<p>Hier haben wir folgende Daten:<\/p>\n<p>INSA vom 13.1.2021: Gr\u00fcne 30%, CDU 30%<br \/>\nInfratest 17.12.2020: Gr\u00fcne 35%, CDU 30%<\/p>\n<p>Die Zufriedenheit mit der Landesregierung ist sehr hoch \u2013 Baden-W\u00fcrttemberg liegt mit Bayern und Rheinland-Pfalz in den Top 3. Es sind \u00fcbrigens auch die drei Bundesl\u00e4nder mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit Deutschlands.<\/p>\n<p><b>Alleine das reicht schon, um klar zu sagen: Das Rennen um Platz 1 ist gelaufen.<\/b><\/p>\n<p>Aber obendrauf kommen noch weitere Probleme f\u00fcr die CDU Baden-W\u00fcrttemberg:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Die Entscheidung \u00fcber den CDU-Parteivorsitz.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Nach der Entscheidung um den CDU-Parteivorsitz gibt es f\u00fcr die CDU Baden-W\u00fcrttemberg nur zwei m\u00f6gliche Ergebnisse:<\/p>\n<p>Entweder der in mehreren Interviews von Frau Eisenmann und der CDU Baden-W\u00fcrttemberg zum Lieblingskandidaten erkl\u00e4rte Friedrich Merz gewinnt: Dann wird die CDU insgesamt eine Debatte \u00fcber den Rechtsruck der Partei bekommen und auch mit besonderem Augenmerkt auf die traditionell erzkonservative S\u00fcdwest-CDU. In diesem Fall erwarte ich einen Fallout der bisherigen auch in Baden-W\u00fcrttemberg vorhandenen Merkel-W\u00e4hler*innen in Richtung Gr\u00fcne, FDP und in geringerem Ma\u00dfe auch an die SPD.\u00a0Oder der Lieblingskandidat von Frau Eisenmann verliert und die CDU muss sich auch in Baden-W\u00fcrttemberg mit entt\u00e4uschten Mitgliedern und W\u00e4hlern am rechten Rand auseinandersetzen.<\/p>\n<p>Wie die CDU in Baden-W\u00fcrttemberg in dieser Gemengelage profitieren sollte, erschlie\u00dft sich mir nicht.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Das Potential der CDU<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Es ist \u2013 immer gemessen an fr\u00fcheren Zeiten \u2013 bescheiden.\u00a0Bevor sich das Corona-Management der Bundesregierung und besonders der Bundeskanzlerin in den Umfragen f\u00fcr die CDU niederschlug, sah es in Baden-W\u00fcrttemberg so aus:<\/p>\n<p>Infratest am 12.3.2020:<br \/>\nCDU: 23%, Gr\u00fcne 36%, SPD 11%, FDP 9%, AfD 14%, Linke 5%<\/p>\n<p>An diesem Stand sehen wir, dass das Potential der S\u00fcdwest-CDU f\u00fcr die Landtagswahl mit heute 30% am deutlich oberen Ende ihrer M\u00f6glichkeiten liegt, w\u00e4hrend die Gr\u00fcnen noch Luft nach oben haben (bis zu 38%-39%). Die CDU hat noch sehr viel Luft nach unten.\u00a0Es gab in dieser Umfrage au\u00dferdem bereits 47% f\u00fcr ein m\u00f6gliches Zweierb\u00fcndnis Gr\u00fcn\/Rot.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Warum sollte Kretschmann ausgerechnet mit der CDU weiter regieren wollen?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Selbst die Gr\u00fcnen haben in mehreren Statements deutlich gemacht, dass sie die CDU an vielen Stellen f\u00fcr einen Bremsklotz dieser Regierung halten. Das gilt nat\u00fcrlich f\u00fcr die Klimapolitik, aber auch f\u00fcr die tradierte Bildungspolitik der CDU, deren plumpe Dieselpolitik anstelle eines vern\u00fcnftigen Transformationsprozesses und dem r\u00fcckst\u00e4ndigen gesellschaftspolitischen Bild der S\u00fcdwest-CDU. Kretschmann wird ohne die CDU weiter machen wollen. Wenn es reicht im Zweierb\u00fcndnis mit der SPD oder einer Ampel.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong> Frau Eisenmann.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>12% der Baden-W\u00fcrttemberger*innen w\u00fcrden sie laut Insa in einer Direktwahl w\u00e4hlen. Gemessen an der aktuellen Zustimmung zu ihrer Partei von 30% zieht Frau Eisenmann zu minus 18%.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Die W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler in Baden-W\u00fcrttemberg entscheiden am 14. M\u00e4rz nicht mehr \u00fcber die Frage, wer Ministerpr\u00e4sident sein wird. Diese Frage ist auf Basis aller vorliegenden Daten entschieden. Die Gr\u00fcnen werden klar st\u00e4rkste Partei werden. Der n\u00e4chste Ministerpr\u00e4sident ist der alte.<\/p>\n<p>Die W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler in Baden-W\u00fcrttemberg entscheiden am 14. M\u00e4rz dar\u00fcber, wer sie mit Winfried Kretschmann gemeinsam regiert. Es sieht nicht gut aus f\u00fcr die CDU.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag erschien zuerst auf richelstauss.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In ihrem einstigen Stammland hat die CDU keine Chance mehr, st\u00e4rkste Kraft zu werden \u2013 aber immerhin st\u00e4rkste Oppositionspartei. Es ist diese Zeit des Jahres \u2013 die Zeit, in der die ersten Umfragen des Superwahljahres ver\u00f6ffentlicht werden, sich alle darauf st\u00fcrzen und falsche Schl\u00fcsse daraus ziehen. Warum nicht auch ich? 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