{"id":2207,"date":"2018-08-27T11:24:57","date_gmt":"2018-08-27T09:24:57","guid":{"rendered":"http:\/\/frank-stauss.de\/?p=2207"},"modified":"2018-08-27T13:50:18","modified_gmt":"2018-08-27T11:50:18","slug":"die-stagnatikerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frank-stauss.de\/index.php\/die-stagnatikerin\/","title":{"rendered":"Die Stagnatikerin"},"content":{"rendered":"<div><em><strong>Was Bundeskanzlerin Merkel in ihrer vierten Amtszeit anstrebt, hat mit Pragmatismus absolut nichts mehr zu tun. Es ist plumpes Taktieren, pure Stagnation und besorgniserregende Realit\u00e4tsverweigerung.<\/strong><\/em><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div>Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass diese Kanzlerin absolut nichts mehr antreibt als das eigene \u00dcberleben im Amt, dann sollte man sich einfach nur ihr v\u00f6llig missgl\u00fccktes Sommerinterview ansehen. Im Vorfeld hatte sie mit Erzfeind Seehofer ein paar Wordings abstimmen lassen, damit wenigstens diese Front nicht schon wieder aufrei\u00dft. Ihr Ziel war es, Seehofer zu befrieden, und nicht das Land zu regieren. Um dieses Zieles willen, lie\u00df sie ihren (eigentlichen) Parteifreund, den Ministerpr\u00e4sidenten von Schleswig-Holstein (go, google him) eiskalt auflaufen.<\/div>\n<p>Das Argument, gut ausgebildete Fl\u00fcchtlinge, m\u00fcsse man trotz Fachkr\u00e4ftemangels zur\u00fcckschicken, weil sie sonst nur noch mehr Fl\u00fcchtlinge anlocken w\u00fcrden, ist mit nichts einfacher zu widerlegen, als mit einer Stichtagsregelung. Von mir aus mit dem 31.12.2016. Denn in 2015 und 2016 hat die Politik an viele Mittelst\u00e4ndler und die Wirtschaft dringend appelliert, Ausbildungs- und Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Asylbewerber zu schaffen, um die Integration zu erleichtern. Heute l\u00e4sst Merkel diese Leute im Regen stehen. Mittelst\u00e4ndler und Unternehmer, die nichts anderes gemacht haben, als dem Appell der Bundesregierung und der Kanzlerin zu folgen, k\u00f6nnen heute zusehen, wie ihre Kolleginnen und Kollegen, in die sie viel Herzblut, Einsatz und auch Geld investiert haben, die Koffer packen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Es ist wie bei der Ehe f\u00fcr Alle, die Merkel erst verbal einf\u00fchren wollte, um dann tats\u00e4chlich im deutschen Bundestag mit Nein zu stimmen. Man kann das Taktik nennen, Strategie, Unversch\u00e4mtheit oder das, was es ist: Verlogenheit und ein F\u00f6rderprogramm f\u00fcr Politikverdrossenheit.<\/p>\n<p>Als H\u00f6hepunkt ihres Auftakts ins Nichts, wurde von Merkel in ihrem Sommerinterview jede Initiative, die Renten \u00fcber das Jahr 2025 hinaus zu sichern, als verantwortungslose Panikmache gebrandmarkt. 2025. Das ist \u00fcbermorgen. <strong>Die Unsicherheit ist l\u00e4ngst da und kriecht durch die gewaltig gro\u00dfe Generation der Babyboomer, die noch vor der Pille auf die Welt kamen, aber nach der Pille nicht mehr unkontrolliert Kinder in die Welt setzten. Es ist die Generation der 50-55-J\u00e4hrigen. Und \u00fcberraschenderweise exakt die Generation, in der wir seit Jahren den h\u00f6chsten Grad an Verunsicherung messen \u2013 unabh\u00e4ngig vom gegenw\u00e4rtigen Wohlstand.<\/strong><\/p>\n<p>Und das \u00fcberrascht nicht. Verunsichert sind n\u00e4mlich nicht die heutigen Rentner und auch nicht die, die in den n\u00e4chsten 10 Jahren in Rente gehen. Verunsichert sind vor allem die, die in den n\u00e4chsten 20-25 Jahren in Rente gehen. Denn sie bewegen mehrere Faktoren:<\/p>\n<p>1. Die Frage, wie weit ihr Arbeitsplatz in Zeiten der Digitalisierung weiter Bestand haben wird.<br \/>\n2. Die Frage, wie sie sich um ihre immer \u00e4lter werdenden Eltern und ihre Kinder im Teenage-Alter k\u00fcmmern sollen, w\u00e4hrend gleichzeitig die Anforderungen im Beruf weiter wachsen.<br \/>\n3. Die Frage, wie steigende Mieten in den Ballungsr\u00e4umen oder auch Werteverfall von Eigentum auf dem Land in Zukunft zu bew\u00e4ltigen sind.<\/p>\n<p>Warum die J\u00fcngeren nicht so beunruhigt sind, obwohl sie mitten in diesem Umbruch in die Arbeitswelt vorsto\u00dfen? Nun, weil sie jung sind. Weil sie gefragt sind und in einer Phase aufwachsen, in der sich viele von ihnen die Arbeit aussuchen k\u00f6nnen und nicht umgekehrt. Au\u00dferdem sehen junge Menschen noch jede Menge Chancen, ihr Leben frei gestalten zu k\u00f6nnen, w\u00e4hrend sich diese Freiheit und auch Unbek\u00fcmmertheit ab einem gewissen Alter legt. Auch, weil man mit 50 meist erkennen muss, doch nicht mehr Superstar, Tenor, InfluencerIn, AbteilungsleiterIn oder Ballerina werden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nicht jede der Sorgen der Babyboomer ist begr\u00fcndet. Und jeder von uns hat sich an vielen Stellen auch schon unbegr\u00fcndet Sorgen gemacht. Aber gleichzeitig waren die Umbr\u00fcche der Arbeitswelt, der globalen Vernetzung und des demografischen Wandels in den vergangenen 50 Jahren noch nie so massiv wie heute \u2013 zumindest f\u00fcr den Westen Deutschlands. <strong>Der Osten erf\u00e4hrt wiederum die zweite Phase massiver Ver\u00e4nderung innerhalb von 30 Jahren. Was auch dortige noch st\u00e4rkere Populismustendenzen erkl\u00e4rt, wenn auch nicht entschuldigt.<\/strong><\/p>\n<p>Es ehrt daher den Koalitionspartner, wenn er dieses Thema jetzt massiver in die jetzige Regierung einbringt. Wenn es der Anspruch dieser Regierung sein sollte, nach dem sp\u00e4ten Start (wir erinnern uns an die Arbeitsverweigerung der FDP), jetzt L\u00f6sungen \u00fcber den Tag hinaus auf den Weg zu bringen, dann sollte das auch das Ziel der Kanzlerin sein.<\/p>\n<p>Es ist aber nicht ihr Ziel. F\u00fcr unsere Kanzlerin ist das Nachdenken \u00fcber eine der zentralen S\u00e4ulen unseres sozialen Zusammenhalts \u00fcber die n\u00e4chsten 6 Jahre hinaus, das Sch\u00fcren von \u00c4ngsten. Zumindest bis zur Bayernwahl. Und dann bis zur Europawahl und dann bis zur n\u00e4chsten Landtagswahl und der \u00fcbern\u00e4chsten. Ab wann will Merkel eigentlich regieren?<\/p>\n<p>Eine Kanzlerin der Stagnation ist der eigentliche Anlass, besorgt zu sein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/H%C3%B6llenritt-Wahlkampf-Insider-Bericht-Erweiterte-Neuausgabe\/dp\/3423349182\/ref=sr_1_1_twi_pap_2?ie=UTF8&amp;qid=1535361721&amp;sr=8-1&amp;keywords=frank-stauss.de\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-1729\" src=\"http:\/\/frank-stauss.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/teaser_hoellenritt_wahlkampf_2017-300x147.jpg\" alt=\"teaser_hoellenritt_wahlkampf_2017\" width=\"300\" height=\"147\" srcset=\"https:\/\/frank-stauss.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/teaser_hoellenritt_wahlkampf_2017-300x147.jpg 300w, https:\/\/frank-stauss.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/teaser_hoellenritt_wahlkampf_2017-150x74.jpg 150w, https:\/\/frank-stauss.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/teaser_hoellenritt_wahlkampf_2017-768x377.jpg 768w, https:\/\/frank-stauss.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/teaser_hoellenritt_wahlkampf_2017.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dieser Beitrag erscheint auch auf richelstauss.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was Bundeskanzlerin Merkel in ihrer vierten Amtszeit anstrebt, hat mit Pragmatismus absolut nichts mehr zu tun. 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