{"id":1490,"date":"2016-06-24T15:50:23","date_gmt":"2016-06-24T13:50:23","guid":{"rendered":"http:\/\/frank-stauss.de\/?p=1490"},"modified":"2016-06-24T15:50:23","modified_gmt":"2016-06-24T13:50:23","slug":"how-not-to-do-it","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frank-stauss.de\/index.php\/how-not-to-do-it\/","title":{"rendered":"How not to do it."},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Cleverle Cameron hat erneut eindrucksvoll bewiesen, wie man Nationalismus, Rechtspopulismus oder schlichtweg Altersstarrsinn nicht begegnen sollte: Mit Zweideutigkeit, Opportunismus und Nachsicht.<\/strong><\/p>\n<p>Es ist zum wahnsinnig werden, wenn man zusehen muss, wie die immer gleichen Fehler gemacht werden. Man k\u00f6nnte sich ja noch irgendwie hinwegtr\u00f6sten, wenn es nur irgendwelche Dorfd\u00f6del in Randregionen betr\u00e4fe. Aber mal eben aus reiner Dummheit sein komplettes Land aus der gr\u00f6\u00dften zivilisatorischen Errungenschaft der Menschheitsgeschichte zu man\u00f6vrieren und dabei auch noch dem innerstaatlichen Zerfall auszusetzen, das setzt schon neue Ma\u00dfst\u00e4be.<\/p>\n<p>Aus gegebenem Anlass verweise ich daher noch einmal eindringlich auf den Beitrag \u201eKeine Sorge dieser Welt\u201c auf diesem Blog, der mit sch\u00f6nen Fehl-Fallbeispielen aus \u00d6sterreich, Frankreich oder auch Bayern aufwartet.<\/p>\n<p>Das Cameronsche Kalk\u00fcl lautete kurz zusammengefasst: \u201eWenn ich den Menschen \u00fcber Jahre hinweg erz\u00e4hle, wie richtig schei\u00dfe die EU ist, dann werden sie mir am ehesten zutrauen, die Interessen des Vereinigten K\u00f6nigreiches in der EU durchzusetzen.\u201c<\/p>\n<p>Ja. Genau. Und das kannst Du ja jetzt auch mit aller Macht ohne Amt, ohne EU und bald auch ohne Vereinigtes K\u00f6nigreich, Du Vollhonk.<\/p>\n<p>Doch bevor jetzt irgendjemand in Deutschland auf die Idee kommt, dass der Euro-Skeptizismus doch in ganz Europa ausgebreitet sei und damit auch in Deutschland \u2013 und dass das doch im Umkehrschluss auch bedeuten m\u00fcsste, dass auch wir viel, viel st\u00e4rker die EU bek\u00e4mpfen m\u00fcssten um sie zu reformieren, erlaube ich mir eine Blutgr\u00e4tsche:<\/p>\n<p>NEIN!<\/p>\n<p>WEIL:<\/p>\n<p>Zur Stimmung in Deutschland ein paar aktuelle Zahlen:<\/p>\n<p>Im aktuellen Politbarometer* der Forschungsgruppe Wahlen f\u00fcr das ZDF stieg der Anteil der Deutschen, die in der EU haupts\u00e4chlich Vorteile sehen auf 45%. Nur 14% sehen Nachteile, 38% sehen Vor- und Nachteile. Einen Austritt Gro\u00dfbritanniens aus der EU finden 69% schlecht, nur 7% gut und 22% ist es egal. Das Bedauern liegt bei den Anh\u00e4ngern aller Parteien bei \u00fcber 72% \u2013au\u00dfer bei den AfD-Anh\u00e4ngern mit 37%.<\/p>\n<p>Werfen wir dann noch einen Blick auf eine aktuelle europ\u00e4ische Vergleichsstudie des Pew Research Center**.<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob das eigene Land au\u00dfenpolitisch auch R\u00fccksicht auf die Interessen anderer L\u00e4nder nehmen solle \u2013 auch wenn das Kompromisse bedeutet \u2013 antworten 67% der Deutschen mit \u201eJa\u201c. Der h\u00f6chste Wert in Europa vor Schweden mit 54%.<\/p>\n<p>Das Engagement des Landes in der globalen Wirtschaft finden 70% der Deutschen gut. Ebenfalls ein Spitzenwert mit Schweden und den Niederlanden. Zum Vergleich: In Frankreich stimmen dem nur 51% zu.<\/p>\n<p>So zieht sich das weiter durch. Wenig verwunderlich: In L\u00e4ndern mit stark nationalistisch ausgerichteten Bewegungen ist auch die Bev\u00f6lkerung am nationalistischsten eingestellt. Spitzenreiter sind Griechenland, Ungarn, Polen, Italien.<\/p>\n<p>Pro-europ\u00e4isch, global und international am solidarischsten ausgerichtet sind die Bev\u00f6lkerungen in Spanien, Schweden und Deutschland.<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob die Menschenrechte eine zentrale Rolle in der Au\u00dfenpolitik des jeweiligen Landes einnehmen sollten, antworten 67% der Spanier, dass ihnen das sehr wichtig ist, 27% halten es f\u00fcr wichtig gemeinsam mit anderen Themen und nur 7% f\u00fcr unwichtig.<\/p>\n<p>In Deutschland halten dies sogar 62% f\u00fcr sehr wichtig, 27% f\u00fcr eher wichtig und nur 4%, f\u00fcr unwichtig.<\/p>\n<p>\u00dcber mehrere Umfragen hinweg zeigt sich auch, dass der Front National und das teilweise Anbiedern der etablierten Parteien an dessen Thesen, Spuren in Frankreich hinterlassen haben. Hier sehen wir Abweichungen von um die 20% zwischen dem deutlich internationaler ausgerichteten Deutschland und Frankreich.<\/p>\n<p>Nun, warum erz\u00e4hle ich das alles: Weil ich zum wiederholten Male alle Meinungsbildner \u2013 ob Journalisten, Politiker, Blogger oder sonstwen darauf hinweisen m\u00f6chte, dass die Bev\u00f6lkerung in Deutschland in allen Vergleichsstudien sehr viel moderner, internationaler, europ\u00e4ischer und fortschrittlicher eingestellt ist, als die anderer L\u00e4nder. Darunter auch die USA. Apropos: Laut Forschungsruppe Wahlen w\u00fcnschen sich 88% der Deutschen Hillary Clinton als n\u00e4chste Pr\u00e4sidentin der USA und nur 3% Donald Trump. Der scheint also selbst bei der AfD-Klientel durchzufallen. Oder sie wissen nicht, wer das ist. Was ich f\u00fcr wahrscheinlicher halte.<\/p>\n<p>Also: Wer wieder mit mehr Begeisterung f\u00fcr Europa wirbt, trifft bei den Deutschen auf offene Ohren. Wer aber unbedingt ein nationalistisches F\u00f6rderprogramm f\u00fcr Populisten unterst\u00fctzen m\u00f6chte, der kann ja den Cameron machen. Oder den Faymann. Oder den Sarkozy. Oder den &#8230; ach.. die hat`s ja alle zerrissen! Dann vielleicht besser doch nicht, oder Horst?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>* ZDF Politbarometer, Juni II, 24.6.2016<br \/>\n** Pew Research Center, \u201eEuropeans Face the World Divided\u201c, June 13, 2016<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Cleverle Cameron hat erneut eindrucksvoll bewiesen, wie man Nationalismus, Rechtspopulismus oder schlichtweg Altersstarrsinn nicht begegnen sollte: Mit Zweideutigkeit, Opportunismus und Nachsicht. Es ist zum wahnsinnig werden, wenn man zusehen muss, wie die immer gleichen Fehler gemacht werden. Man k\u00f6nnte sich ja noch irgendwie hinwegtr\u00f6sten, wenn es nur irgendwelche Dorfd\u00f6del in Randregionen betr\u00e4fe. 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