{"id":1244,"date":"2015-10-09T15:40:59","date_gmt":"2015-10-09T13:40:59","guid":{"rendered":"http:\/\/frank-stauss.de\/?p=1244"},"modified":"2015-10-11T14:08:38","modified_gmt":"2015-10-11T12:08:38","slug":"der-groessenplan-zur-rechten-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frank-stauss.de\/index.php\/der-groessenplan-zur-rechten-zeit\/","title":{"rendered":"Der Gr\u00f6ssenplan zur rechten Zeit."},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Gegen flatternde Nerven, heulende Ministerpr\u00e4sidenten und Schaltfehler in den Synapsen des Innenministers hilft nur: der ultimative Gr\u00f6ssenplan.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Findet man dieser Tage nicht rasch genug die Fernbedienung, um den heulenden und greinenden Seehofer wegzuzappen, der seine pers\u00f6nliche \u00dcberforderung und die seiner Regierung auch noch unentwegt der uninteressierten \u00d6ffentlichkeit mitteilen muss, kann einen schon eine Verwirrung der Gef\u00fchle ergreifen. Sag doch bitte einer dem Mann, dass Pressekonferenzen keine Therapiesitzungen sind.<\/p>\n<p>Was ist aus den einst so stolzen Bayern geworden, dass sie sich solch ein Weichei an die Spitze w\u00e4hlen? Betteln, bitten, flennen \u2013die gro\u00dfe Angela soll es richten \u2013 wir hier k\u00f6nnen es nicht \u2013 wir sind zu klein und zu arm! Und wenn es die gro\u00dfe Angela nicht richtet, dann bilden wir das neue Bayrisch-Ungarische Mordor Europas mit Stacheldraht, Mauern (und Schie\u00dfbefehl?) aber ohne \u00d6sterreicher, denn die m\u00f6gen wir nicht mehr nicht. Nein.<\/p>\n<p>Wegzappen. Weiterzappen zu: de Maiziere. Oh je. Da fabuliert der Bundesinnenminister der Bundesrepublik Deutschland, dass er geh\u00f6rt habe, dass Fl\u00fcchtlinge mit dem Taxi! Jawoll. Mit dem Taxi! Und nicht mit dem Fernbus! Kreuz und Quer durch die Republik \u2013 und \u00fcberhaupt &#8211; woher haben die das Geld? Ja, lieber de Maiziere, vermutlich von ihrem Konto. Woher man halt Geld nimmt. Denn wo bitte steht geschrieben, dass man arm sein muss, um aus einem B\u00fcrgerkrieg zu fliehen? Ich gebe zu \u2013 w\u00fcrde ich heute aus Deutschland fliehen m\u00fcssen, weil mir sonst Folter und Tod drohten \u2013 ich w\u00fcrde mein Geld mitnehmen. Doch, das w\u00fcrde ich. Und zwar alles. Es ist ja auch meins. Dem de Maiziere w\u00fcrde ich es jedenfalls nicht geben.<\/p>\n<p>Und dann lese ich noch von einem eher unbedeutenden Berliner CDU-Politiker, dass man diesen Wilden, die da zu uns kommen, unbedingt beibringen m\u00fcsse, dass die Gleichstellung von Mann und Frau aber so was von unantastbar sei! Jawoll. Gut, das mit den Schwulen, das ist vermutlich wiederum Verhandlungssache, da sind die Taliban aus Sicht der Berliner CDU weiter als wir. Aber Mann und Frau \u2013 Gleichberechtigt \u2013 das hat in CDU\/CSU Jahrzehnte gedauert, bis das fast ganz vielleicht anerkannt war \u2013 das lassen die sich von den Fl\u00fcchtlingen nicht mehr kaputt machen. Die M\u00e4nner in der Union. Die eben noch f\u00fcr die Herdpr\u00e4mie waren.<\/p>\n<p>Gestern fuhr mich im Taxi ein Bulle von einem Mann. Ein Nacken wie ein Stier, Oberschenkel statt Oberarme und ein Gesicht zum f\u00fcrchten. Kaum sa\u00df ich im Wagen, fing er an zu heulen. Wie das denn alles gehen sollte. Es seien ja so viele \u201eKanacken\u201c. Als ich ihn bat genau hier, also 5 Meter weiter, anzuhalten und mich aussteigen zu lassen, fing er wiederum zu weinen an, dass das doch so nicht gemeint sei und so weiter und so fort. Es entspann sich dann tats\u00e4chlich noch so etwas wie ein Dialog, der gar nicht so h\u00e4sslich endete, wie ich es ersehnt hatte, um dieser Muskelmemme mal ordentlich die Leviten zu lesen.<\/p>\n<p>Er sprach also davon, dass die doch alle aus einem ganz anderen Kulturkreis k\u00e4men, und wie das denn gehen sollte. Ich erwiderte ihm: ungef\u00e4hr so, wie die letzten 60 Jahre auch. Zumindest in dem Teil der Republik, den man fr\u00fcher als Westen bezeichnete. Und das klappte ja alles in allem ganz gut. Sieht man sich die Belegschaften von Mercedes Benz, BMW oder anderen deutschen Erfolgskonzernen an, hat man ja keinen Mangel an Namen, die nicht unbedingt der vaterl\u00e4ndischen Ursuppe entsprungen zu sein scheinen. K\u00fcrzlich las ich auch eine Anzeige von Penny, in dem das Unternehmen seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dankte. Beim Z\u00e4hlen kam ich ungef\u00e4hr auf jeden f\u00fcnften Namen, den man als eindeutig deutsch identifizieren konnte.<\/p>\n<p>So plauderte ich vor mich hin, bis der der Fahrer dann irgendwann erwiderte \u2013 \u201ealso meine Kollegen sind ja auch alle T\u00fcrken. Das klappt prima, muss ich sagen.\u201c Hat er gesagt. Nicht von mir erfunden. Es gibt halt solche und solche \u2013 auch unter den deutschen, war dann die Formel, auf die wir uns verst\u00e4ndigten. Eigentlich eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Kostete aber mich 20 Minuten und ihn Trinkgeld.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr einen erfrischenden Unterschied zu den heulenden M\u00e4nnern machen doch in diesen Tagen die Frauen in der Politik. Bundeskanzlerin Merkel, die nur noch nervenflatternde Parteifreunde um sich hat, sagt sinngem\u00e4\u00df: \u201eIst jetzt so. Gehen wir jetzt durch. Anpacken.\u201c Arbeitsministerin Nahles sagt w\u00f6rtlich in der SZ: \u201e&#8230; es ist eine Hochzeit der Politik. Man kann viel gestalten \u2013 das gef\u00e4llt mir, auch wenn es mich in diesen Tagen einige Stunden Schlaf kostet.\u201c<\/p>\n<p>Was haben diese Frauen, was viele M\u00e4nner nicht haben?<\/p>\n<p>Nun, zun\u00e4chst einmal keine Angst. Und wenn man keine Angst hat, kann man auch besser arbeiten. Das ist wirklich eine Hilfe. Fr\u00fcher hatte ich Flugangst, bis ich ein Anti-Flugangst-Seminar besuchte. Heute kann ich im Flugzeug super arbeiten statt mich in l\u00e4hmender Angst an den Sitz zu krallen. Gut, meistens schlafe ich, aber das ist jetzt nicht der Punkt. Warum 80 Millionen Deutsche vor einer Million plus x Fl\u00fcchtlingen Angst haben sollen, hat mir noch niemand erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Und es w\u00e4re doch sch\u00f6n, wenn die Flatterm\u00e4nner das auch immer wieder betonen w\u00fcrden, statt \u00f6ffentlich zu weinen.<\/p>\n<p>Da alle nach einem Plan rufen, aber keinen haben, beuge ich mich dem Flehen und offeriere hier meinen Gr\u00f6\u00dfenplan f\u00fcr Deutschland.<\/p>\n<ol>\n<li>Ich empfehle dringend Anti-Fl\u00fcchtlingsangst-Seminare f\u00fcr Politiker in Leitungsfunktionen. Und f\u00fcr manche flatternde Nerven auch Anti-Umfrageangst-Seminare. Denn allen, die jetzt darauf verweisen, dass \u201edie Stimmung kippt\u201c sei gesagt: Zwischen \u201eIch denke, das sind jetzt ein bisschen viele\u201c und \u201eIch ziehe nach Sachsen\u201c, gibt es noch jede Menge Variationen. Nicht jeder, der die objektive Feststellung teilt, dass es ziemlich viele Leute sind, die da kommen (finde ich auch, die Kanzlerin auch und die Fl\u00fcchtlinge finden das \u00fcbrigens auch), erkrankt deshalb gleich am Mauerbausyndrom oder akuter Hitleritis. Also: bitte entspannen und an Blumenwiesen denken. Danke.<\/li>\n<li>Ich empfehle im zweiten Schritt Kinder-Land-Verschickungen. Liebe Jugend in den Metropolen Deutschlands, es wird Zeit, dass Ihr euch um eure Opas, manchmal auch Papas und Onkels k\u00fcmmert, die ihr auf eurer berechtigten Suche nach Gl\u00fcck und Arbeit in einem leicht bis stark paranoiden Paralleluniversum landseits zur\u00fcck gelassen habt. Einige von ihnen drohen nun, in die Radikalisierung abzudriften. Aber es gibt kein besseres Mittel gegen die Radikalisierung, als eine wache, funktionierende Familienstruktur. Deshalb, liebe Enkel, Neffen, Nichten \u2013 greift mal wieder zum Telefon oder setzt euch in Bus und Bahn und fahrt mal wieder nach Dresden oder noch kleinere D\u00f6rfer und sprecht mit eurer Verwandtschaft. Erz\u00e4hlt ihnen von eurem Leben und euren Erfahrungen in der Schule, auf der Arbeit, und der Uni. Erz\u00e4hlt ihnen davon, dass kein Mensch mehr fragt, welcher Religion der andere angeh\u00f6rt und die Trennlinie eher zwischen Flexitariern und Veganern (nein, die sind nicht aus \u201eRaumschiff Enterprise\u201c) verl\u00e4uft, als zwischen Christen und Muslimen. Erz\u00e4hlt Ihnen, dass euch wahrhaftig im Leben viele Arschl\u00f6cher begegnen, diese sich aber nicht durch ihre Staatsb\u00fcrgerschaft oder Hautfarbe auszeichnen, sondern durch ihr Verhalten. Und erz\u00e4hlt ihnen vor allem, dass sie sich um euch keine Sorgen machen m\u00fcssen, sondern wenn, dann dar\u00fcber, dass Opa durch sein Verhalten eure Zukunft verhagelt und es in vielen D\u00f6rfern bald nur noch Rollatoren-Rennen als Hauptattraktion geben wird. Es sei denn, sie lassen endlich mal wieder frisches Blut ins Land und ins Dorf.<\/li>\n<li>Ich empfehle drittens: Offensive Planlosigkeit. Viele Menschen, einschlie\u00dflich zahlreicher Gr\u00fcner, Linker und nicht so linker fordern jetzt Pl\u00e4ne, Masterpl\u00e4ne und Gro\u00dfmasterpl\u00e4ne. Well. Imagine: There is no plan. Kein kleiner, kein gro\u00dfer. Deswegen implodieren bei Menschen wie de Maiziere ja auch die Synapsen. Error, error, error \u2013 puff-bang aus. Die Fl\u00fcchtlinge, die gerade zu uns kommen, hatten nicht geplant, dass ihr Land in Schutt und Asche versinkt, die Auffanglager der Nachbarl\u00e4nder \u00fcberf\u00fcllt und unterfinanziert sind und eine Reihe europ\u00e4ischer L\u00e4nder vergessen haben, was europ\u00e4ische Wertegemeinschaft faktisch bedeutet. Wenn es keinen Plan gibt, muss man eben das Beste draus machen. Und den Menschen auch sagen, dass man jetzt eben das Beste draus machen muss. Dann machen sie auch das Beste draus. Das ist der Plan.<\/li>\n<li>Ich empfehle viertens: Gl\u00fcckshormone. Wer h\u00e4tte gedacht, dass dieses Deutschland einmal das leuchtende Land w\u00fcrde, das es heute ist. Anziehungspunkt f\u00fcr hunderttausende mehrheitlich junge Menschen aus aller Welt. Gott sei Dank, kann ich da nur sagen. Was f\u00fcr eine super Chance gerade auch f\u00fcr Landstriche, die unter Vergreisung und Abwanderung leiden. Vor kurzem sprach ich fernm\u00fcndlich mit einer Brennholzfachkraft im Brandenburgischen und bat sie, selbstverst\u00e4ndlich gegen Aufpreis, das Brennholz vor meiner Datsche w\u00e4hrend meiner Abwesenheit bitte nicht nur auszukippen, sondern auch hinter dem Haus im Unterstand zu stapeln. \u201eWir k\u00f6nnen nur kippen.\u201c Auf meine vorsichtige Anfrage, ob es denn nicht einen jungen Mann gebe, der sich etwas dazuverdienen wolle, antwortete sie: \u201eHier gibt&#8217;s keine jungen M\u00e4nner.\u201c Case closed. \u00c4hnliche Antworten \u2013 allerdings geschlechtsneutral &#8211; erhielt ich in den vergangenen Monaten auch vom \u00f6rtlichen Klempner, dem Elektriker, dem Gartenbaubetrieb und nat\u00fcrlich auch in dem Krankenhaus, in das ich einen Freund brachte, nachdem er versucht hatte, mein Brennholz nicht nur zu stapeln sondern auch noch h\u00e4ndisch zu verfeinern.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nein &#8211; nicht alle, die zu uns kommen, sind \u00c4rzte, Symphoniker, Spiele-Programmierer oder alles zusammen. Aber Brennholz stapeln und auch Anspruchsvolleres wird schon klappen. Und in dem Alter machen und kriegen die dann auch noch Kinder, was daf\u00fcr sorgt, dass die Dorfkita nicht schlie\u00dfen muss, die Schule nicht schlie\u00dfen muss, der Bus weiter f\u00e4hrt, Gesch\u00e4fte Gesch\u00e4fte machen und so weiter und so fort. Toll.<\/p>\n<p>Ich bin mir auch sicher, dass das mit der Integration besser klappt, jetzt, wo auch weite Teile der Union mit nur drei Jahrzehnten Versp\u00e4tung kapiert haben, dass das wichtig ist. Und auch der Fortschritt hin zu einem vern\u00fcnftigen Einwanderungsgesetz wird nicht mehr aufzuhalten sein. Diesbez\u00fcglich haben doch die Syrer in einem halben Jahr schon mehr geschafft als die Politik in den letzten 60 Jahren. Chapeau!<\/p>\n<p>Ich h\u00e4tte noch zahlreiche weitere Anmerkungen und nat\u00fcrlich ist mein Gr\u00f6\u00dfenplan noch wesentlich umfangreicher als ich es hier zugeben kann. Aber schon jetzt wird, denke ich, f\u00fcr jeden klar: Mit diesem Plan ohne Plan wird Deutschland schon morgen gl\u00fccklich, weltoffen, friedlich und optimistisch. Wir schaffen das! Du auch. Und Du und Du. Und Du da hinten erst! Jetzt m\u00fcssen wir nur noch Fu\u00dfballspielen lernen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen flatternde Nerven, heulende Ministerpr\u00e4sidenten und Schaltfehler in den Synapsen des Innenministers hilft nur: der ultimative Gr\u00f6ssenplan. 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